Bosnien und Herzegowina – Dobar dan und hvala

Bosnien und Herzegowina – Dobar dan und hvala

Wir setzten unsere Reise fort und freuten uns auf die kommenden Länder. Also war die nächste Station Bosnien und Herzegowina. Irgendwie verbindet man dieses Land immer noch mit Krieg und Armut, zumindest wir. Was einen erwartet ist eine Reiseland, dass Abenteuer, fröhliche und zuvorkommende Menschen und eine traumhafte Natur bietet. Beim letzten Punkt muss man jedoch den ganzen Müll, der hier einfach an jeder Ecke entsorgt wird, ausblenden. Aber dazu gibt es in einem separaten Eintrag mehr.

Wir steuerten den Grenzsee Busko jezero in der Nähe von Tomislavgrad an und fanden einen Ort, der in Deutschland wahrscheinlich mit Hotels, Bars und anderen Geldmaschinen zugepflastert wäre. Der Unterschied zu Bosnien und Herzegowina ist, dass hier keine Menschenseele war außer uns.

Hier konnten wir uns endlich mal richtig ausbreiten und unseren Lebensraum außerhalb von Blinky erweitern. Mit den richtigen Mitmenschen an der Seite ist es definitiv ein Ort, an dem man auch für sehr lange Zeit verweilen kann. Jedoch vermissten wir ein wenig den sozialen Kontakt und brachen, nachdem wir alle Richtungen abgelaufen sind und vom Reisen etwas runter geschaltet haben, auf immer weiter Richtung Süden.

Es gibt natürlich auch unromantische Erlebnisse auf einer Reise und davon hatten wir in der letzten Zeit definitiv genug. Dazu zählt auch ein normales Alltagsritual wie waschen. Kleine Wäsche erledigen wir immer wieder gerne per Hand im See oder auch im Fluss, jedoch muss ab und zu eine Maschinenwäsche bevorzugt werden. Diese suchten wir dann in Mostar auf und wollten die Zeit im Restaurant vertreiben. Hier bekamen wir von einem Ex-Bosnier aus Schweden den Tipp nach Blagaj zu fahren. Da wir Tipps immer sehr ernst nehmen 🙂 machten wir uns abends auf den Weg in das kleine Dörfchen mit ein paar Sehenswürdigkeiten. Der Plan war es an einem Parkplatz am Waldrand zu übernachten und von da aus das Dorf zu erkunden. Aber irgendwie sprang uns die massive Werbung vom “Autocamp Blagaj” so ins Auge, dass wir nicht wiederstehen konnten. Der Reiz war auch bisher gar nicht so groß gewesen auf einem Campingplatz zu bleiben, da wir die schönsten Plätze finden, die kostenlos sind und uns jede Menge Freiheit für Mensch und Tier bieten. Jedoch sind wir sehr froh damals der Werbung gefolgt zu sein und tolle Menschen kennengelernt zu haben. Aus dem kurzen Intermezzo wurde eine Woche und wir kochten das erste Mal eine ganze Woche mal nicht. Der Grund war die Schwester des Besitzers Alain. Was diese Frau aus einer kleinen Küche zauberte war einfach nur genial und das zu einem Preis wie der vorerst einzige Campingnachbar meinte “kochen lohnt sich nicht”. Wir genossen uns also bekochen zu lassen, kamen an diesem Platz sehr schnell an und fühlten uns sehr wohl. Alain der Besitzer ist gefühlt der netteste und glücklichste Mensch, den wir in der letzten Zeit getroffen haben. Natürlich genoss er auch, dass er mal in Ruhe eins oder auch mal zwei Bierchen trinken konnte und die Hauptsaison auf dem Campingplatz vorbei war. Ein netter Nebeneffekt war, dass der Platz direkt am Fluss liegt. Hier beobachteten wir Enten, Fische, den Eisvogel und machten Kajaktouren. Das Interessante  ist, dass dieser Fluss ein ein halb Kilometer zuvor aus einer Quelle entspringt, die so breit ist wie der Fluss selbst. So schiebt sich ein Quellenstrom von ca. 10m Breite mit eiskaltem und kristallklarem Wasser durch eine Landschaft, die (man blende den Müll aus) traumhaft ist.

Es war stets ein Kommen und Gehen auf dem Platz, aber so lernten wir jeden Tag neue Menschen kennen, die uns Ihre Geschichten erzählten und wir frische Ohren für unsere hatten 🙂

Es gab dann auch nur einen Grund zur Weiterfahrt. Da wir immer ein halbes Auge auf dem Wetterradar hatten, wussten wir, dass eine Regenfront anstand. Diese wollten wir weiter südlich umgehen und entschlossen ins nächste Land zu reisen. Es war aber nicht das letzte Mal, dass wir Bosnien und Herzegowina besucht haben. Land und Menschen verdienen mehr Zeit. Bosnien: We see us again 🙂

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