Frage und Antwort Teil 1

Frage und Antwort Teil 1

Wie finanziert man ein Reise-Leben?

Das ist die wohl häufigste Frage, die man als Reisende gestellt bekommt! Klar, auch uns interessiert es, wie andere es machen. Schon auf unserer ersten Reise, war dies ein spannendes Thema.

Es gibt viele Möglichkeiten, so eine Reise zu finanzieren, einige, uns bekannte werden wir euch nun vorstellen.

1. Unsere Wege

2013

Wir haben während den letzten Zügen unserer Studien beide Voll- bzw. als Werkstudent gearbeitet. Wir hatten das große Glück, eine super tolle und sehr günstige Wohnung zu mieten – danke an dich, Sigi! So konnten wir jeden Cent, der übrig war, sparen. Aber auch als wir den Gedanken der Reise gefasst hatten, wurde der finanzielle Haushalt auf den Kopf gestellt und geschaut, wo wir noch mehr einsparen können. Also alles was unnütz war wurde gekündigt (z.B. Abos, unnötige Versicherungen, Nagelstudio, PayTV, Zweitwagen…) und mit der Frage „was brauchen wir wirklich?“ auf das Minimum reduziert. Jahresurlaub haben wir nicht gemacht. Wir haben gespart, gespart und gespart!

Und dann gab es da noch die Schweiz. 10 Tage Knochenarbeit, aber ein guter Lohn am Ende. Auch dieses Geld haben wir für die Reise mitgenommen. Sogar auf der Reise haben wir zu Beginn und am Ende in der Schweiz gearbeitet, um das Budget zu steigern.

Von diesem gesparten Geld, haben wir in den 13 Monaten gelebt. Wir hatten immer einen Puffer, der für einen Notfall (Heimflug für alle – jederzeit) gewesen wäre. Gleichzeitig hatten wir Geld auf der Seite liegen für einen Neuanfang, wo auch immer dieser gewesen wäre. Hier haben wir uns Gedanken dazu gemacht, welche Möbel und Elektrogeräte brauchen wir und was wollen wir ungefähr dafür bezahlen. Ebenso war ein Teil des gesparten Geldes für die Abzahlung meiner BAföG-Schulden.

Wir hatten eine „hohe Kante“ als eine gute Grundlage für unsere Reise. Natürlich darf man nicht vergessen, dass auch die Anschaffung und Instandsetzung von unserem Nugget von diesem Geld bezahlt wurde.

Damals wussten wir nicht, was wir wollten, wohin es gehen soll und eine zeitliche Begrenzung gab es auch nicht. Wir hatten keine laufenden Kosten für eine Wohnung oder andere Dinge. Wir haben von unserem gesamten Ersparten gut gelebt, unterwegs immer gut gehaushaltet, waren letztendlich 13 Monate unterwegs und haben einen Großteil des gesparten Geldes wieder mitgebracht. In diesem Großteil – Blinky – leben wir grade 😉

2019

Als wir 2014 zurück in den Alltag kehrten, wussten wir, dass dies nicht die letzte Reise war. Die Gedanken, dass wir nochmal losfahren, waren da. Und somit auch die Lebenseinstellung. Wir lebten minimalistischer als vor der Reise und überlegten öfter, ob wir gewisse Dinge wirklich brauchten. Und so wurde wieder fleißig gespart.

In den letzten Jahren haben wir so, ein gutes Budget zusammen gespart. Und dennoch denken wir jetzt grade, wo wir hier in Griechenland sitzen und über unseren Alltag in Deutschland reden, ob gewisse Dinge überhaupt nötig waren, und ob wir nicht hätten noch mehr sparen können. Ja und nein. Wir haben einfach gelebt. Und das sehr gut. Wir mussten nicht mehr genau hinschauen, was wir ausgegeben haben, und dennoch haben wir am Ende des Monats eine gute Summe auf das Sparkonto legen können.

Wie ihr lesen könnt, sparen ist das ah und oh und schafft eine gute Grundlage.

Als wir 2018 entschieden haben, dass wir wieder auf Reisen gehen wollen, war klar, dass der finanzielle Part wieder überprüft und genauer geschaut werden muss, wohin des monatliche Geld fließt. Und dann machte sich Jacob auf den Weg. Damit war das erste Jahr finanziell gesichert.

Zusammengefasst leben wir derzeit vom Elterngeld und Kindergeld. Können davon sogar noch einiges sparen, so dass das nächste Jahr quasi auch finanziert ist.

Vor ein paar Jahren hat Johann sich zusätzlich ein Aktiendepot aufgebaut. Und auch hier könnte, man auf eine gewisse Art von Leben. Derzeit soll es aber eher als Altersvorsorge dienen.

Unser Weg, ist einer der meist gewählten bzw. unserer Meinung nach der einfachste. Überdenke dein Konsumverhalten, spare am Ende des Monats das restliche Geld und schon kann deine Reise losgehen. Falls man Elternzeit nehmen kann und Elterngeld bekommt, ist es natürlich noch einfacher.

2. Leben von Aktienhandel – Daytraiding

Auch diese Menschen haben wir getroffen. Die tagtäglich am Laptop sitzen und Aktienkurse beobachten. Wenn man sich mit der Aktienwelt auskennt, ist dies eine gute Einnahmequelle.

3. Leben von Selbstständigkeit

Dieser Weg wäre für uns manchmal sehr ideal. Reisen und nebenbei arbeiten. Wie schön: das Homeoffice am Strand und dann arbeiten, wenn man Lust hat. Über verschiedene socialmedia Kanäle sehen wir, wie es geht. Es bringt viele Vorteile, aber auch Nachteile. Man muss hier genau gucken, was man möchte.

4. Leben von Mieteinnahmen

Wenn man im Besitz eines Hauses ist, kann dies vermietet werden und man selbst minimalistisch nur von den Mieteinnahmen leben. Zusätzlich zu einer Grundabsicherung ist es gut möglich. Wir haben Menschen getroffen, die ihre Wohnung für mehr Geld zwischenvermietet haben und somit auch ein geringes Zusatzeinkommen hatten.

5. Sabbatical

Diese Möglichkeit ist eine der einfachsten, wenn der Arbeitgeber einverstanden ist. Man arbeitet zum Beispiel 2 Jahre lang für 2/3 des Gehaltes und bekommt die „gesparten“ 2/3 ebenso im freigestellten 3. Sabbatjahr. Somit muss man nicht endlossparen und sich großartig umstellen, denn man bekommt sein Gehalt einfach weiterhin. Es gibt verschiedene Sabbtical Modelle, die individuell gestaltet werden können.

6. Rente

Das wäre für uns einfach eine unmögliche Wartezeit gewesen. Das wollten wir nicht abwarten. Sondern lieber jetzt los, als zu wissen, dass wir vielleicht nie loskommen. Aber diese Art der reisenden treffen wir fast noch am häufigsten.

Außerdem sollte man sich auch die Frage stellen, wie man überhaupt reisen möchte. Wir haben uns aufgrund der Tiere für das Reisen mit Wohnmobil entschieden, auch weil wir so immer im gewohnten zu Hause sein können. Andere fliegen mit dem Flugzeug und mieten Unterkünfte vor Ort und wieder andere reisen mit ihrem Alltagsfahrzeug von Land zu Land und Unterkunft zu Unterkunft.

Das sind unsere Erfahrungen und Sichtweisen. Es ist lediglich ein Anreiz für Euch und Eure Gedanken.

Kann das jeder?

Wir sind der Meinung: JA!!!

Denn wer will, kann alles!

Aber dafür braucht man jede Menge Mut, den richtigen Partner und Zeit für die Aufstellung eines Plans. Und dann los!

So einfach? JA!!!

Wir denken, dass die einen es in 5 Jahren, die anderen in 3 Jahren und wieder andere in einem Jahr schaffen können. Es ist von Mensch zu Mensch verschieden. Bei den einen liegt es am Geld, bei den anderen an der Arbeit, bei wieder anderen an den Gedanken oder auch der Gesundheit. Das loslassen der Komfortzone fällt schwer. Die Zweifel und die Ungewissheit, die einen begleiten sind groß.

Auch uns ist die Entscheidung, alles zu verkaufen, einzulagern und abzugeben nicht leicht gefallen. Auch wir haben lange gehadert, ob wir unsere heißgeliebte Wohnung mit dem tollen Garten und den netten Vermietern im Ort unserer Freunde wirklich aufgeben wollen. Letztendlich muss man sich einfach klar werden über die Dinge, die man möchte.

Was wollen wir? Wann wollen wir? Wie kommen wir dahin?

Es gibt Kommentare, dass die Umstände es einem nicht leicht machen! Ja, das stimmt, aber das heißt ja nicht, dass man nie kann. Vielleicht war der Zeitpunkt nicht gut gewählt oder es ist einfach was dazwischen gekommen!

Auch uns ist die Entscheidung, aus der Komfortzone auszubrechen nicht leicht gefallen. Auch für uns war es nicht leicht mit einem Neugeborenen und einem kitafreien Kind eine Wohnung leer zu räumen. Auch wir hatten Zweifel und Ängste. Das, was uns voran trieb, waren die Reiselust und der Freiheitsgedanke. Außerdem wussten wir, worauf wir uns in etwa einlassen.

Es bedarf hier der Vorbereitung. Schon in der Schwangerschaft habe ich gefühlt jeden Abend Akten digitalisiert, alte Musik CDs auf die Festplatte kopiert, Kinderbücher gescannt – wir können jetzt alle Lieblingsbücher auf dem Tablett lesen – Hörspielkassetten digitalisiert – die hören wir über die Toniebox- und unzählige Anzeigen bei eBay Kleinanzeigen geschaltet. Wir wurden richtige Versandexperten!

Kleidung aussortiert, Spielzeug verkauft, unnützes Zeug zum Trödel gebracht. Minimalismus vorbereitet. Es geht! Wirklich! Hier passt unser alltägliches Motto: starr im Ziel, flexibel im Weg! Denn jeder hat seinen eigenen Weg!

Um hier nicht noch weiter auszuschreiten – ihr habt unsere Intention sicher verstanden – haben wir nun eine Frage an euch:

Muss denn das jeder? Und will das überhaupt jeder so eine Reise machen?

Eure Jenny

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Hallo Jenny und Johann, Kinder, Hunde und Katzen, gebt mir wenn möglich mal kurz über meine E-Mail Adresse die Info ob ich euch so erreiche, würde dann wenn ich darf mit euch näher kommunizieren. Bis dann Andreas