Griechenland – Das Haus am Meer

Griechenland – Das Haus am Meer

Früher als geplant haben wir uns mal wieder sesshaft gemacht. Allerdings nur vorübergehend bis zum 5.Januar. Und wenn wir was aus der Vergangenheit gelernt haben, dann das Pläne genau dafür da sind um verworfen zu werden.

Aus gesundheitlichen Gründen und den Tribut zahlend an das Wetter in der letzten Zeit haben wir uns dann mal ein Dach über den Kopf gesucht. Die Ausleger vom schlechten Wetter verfolgten uns bis hierhin und wir mussten wieder das Naturschauspiel mit dem Tornado beobachten. Wir sind echt happy anzukommen und die Akkus für die nächsten Abenteuer aufzuladen.

Für uns waren die letzten Monate eine Endlosschleife aus Arbeit und Vergnügen. Was gefehlt hat war Zeit um die Ereignisse und Veränderungen in unserem Leben zu verarbeiten. Jetzt haben wir genug davon im Gepäck 🙂

Wir haben uns ein schönes kleines Haus in einem schier endlos wirkenden Olivenhain im Süden Griechenlands ausgesucht. Vom ersten Tag haben wir uns hier heimisch gefühlt und ein Zusatzzimmer für Gäste ist auch dabei. Die erste Zeit verging wie im Flug und wir müssen ehrlich zugeben, dass wir nicht viel gemacht haben als lange Spaziergänge durch die Olivenplantage und ausgedehnte Abende auf der Couch und am Kamin. Zur Abwechslung kam Besuch durch unseren Reisefreunde. Denn einsam im Paradies fühlten sich schon Adam und Eva nicht wirklich glücklich. Im südlichen Teil der Peloponnes gibt es im Winter so ziemlich keinen Tourismus und man kann sich die Sehenswürdigkeiten in Ruhe und Gemütlichkeit anschauen. Wären wir touristisch nicht bereits gesättigt würden wir in dieser Hinsicht voll und ganz auf unsere Kosten kommen. So nutzen wir die Zeit eher dazu zu beobachten wie sich die Kinder entwickeln und freuten uns auf eine gemütliche Weihnachts- und Neujahrzeit. Anastasia ist in der Zeit zu einer Laufradspezialistin geworden und hat bereits ihre ersten Erfahrungen auf einem “Pedalfahrrad” gemacht. Jacob, der bei unserer Ankunft sich von links nach rechts drehte und sonst eher den Himmel betrachtete ist nun ein flotter Partisan. Krabbeln und Hindernisse besteigen ist zu seinem neuen Hobby geworden. Der Wahnsinn ist, dass diese Entwicklung in den Wochen seit dem wir hier sind so schnell ging. Und genau an diesem Punkt bin ich froh Elternzeit genommen haben, da genau diese Momente einem das Geben was Geld und Ruhm nie erreichen können. Langfristige und nachhaltige Zufriedenheit wird wohl nie mit Scheinen oder Steinen erkauft werden.

Bei unseren Spaziergängen decken wir uns täglich mit Zitrusfrüchten wie Zitronen und Orangen ein. Außerdem haben wir ein einheimisches Pärchen kennengelernt, das uns mit allen möglichen Obst- und Gemüsesorten versorgen. So haben wir frisch gepflückte Avocados, Pomelos, Guaven, Mandarinen und alle mögliche Nussarten in Hülle und Fülle. Weiß Gott es könnte uns schlechter gehen 🙂 Das Erlebnis eine Avocado vom Baum zu pflücken ohne ein schlechtes Gewissen zu haben war für uns und gerade für Anastasia sehr besonders. Da wir uns auch gerade in der Erntesaison befinden konnten wir mit verfolgen wie die Oliven geerntet werden. Es ist schon der Wahnsinn welcher Aufwand betrieben wird bevor wir Olivenöl auf unserem Tisch stehen haben. Die Olivenbäume werden mit einer Art drehender Kitzelfinger vom Baum gepflückt.  Vorher wird ein großes Netz unter dem Baum ausgebreitet, um die runterfallenden Oliven später in Säcken zur Olivenpresse zu transportieren. Zwischendurch werden auch einzelne Äste abgetrennt und an separaten Maschinen abgeerntet. Hier in Griechenland wird diese Arbeit von Arbeitern aus Rumänien, Bulgarien, Pakistanis u.ä. gemacht. Was hier betrieben wird und wie die Arbeiter ausgenutzt werden passt in kein soziales Gesellschaftsbild. So ist eine Bezahlung von 20€ pro Tag das Maximum und die Arbeit wird von Montag bis Sonntag erledigt. Zudem werden die Pässe der Pakistanis von den Bauern abgenommen um diese im Land und unter Kontrolle zu halten. Würden diese Umstände in den Läden oder von der Presse erwähnt würde das Bild von Olivenöl ein deutlich anderes sein. Aber das ist das Leben in unserer Gesellschaft. Die Menge erfährt das was sie erfahren soll. Macht euch mal Gedanken darüber 😉

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blinkysreiseRudi Augustin Recent comment authors
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Rudi Augustin
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Rudi Augustin

Danke für den Super Beitrag!
Seid ihr wenigstens wieder alle Gesund?
Gruß Rudi und Renate