Blinkys Reise

    Energiemanagement

Energiemanagement - Was gibt es, was braucht man?

Ist man auf Reisen oder auch mal am Wochenende mit dem Camper unterwegs bleibt der Strom aus der Steckdose wie zu Hause gewohnt erst mal weg. Ich erinnere mich an unseren ersten Camper einen Ford Nugget. Wir waren absolute Neulinge und haben uns null ausgekannt. So war es verführerisch die eingebaute Steckdose zu nutzen. Als wir jedoch das erste Mal einen Verbraucher an diese Steckdose angeschlossen haben passierte mal einfach Garnichts.

Das Bordnetz eines Fahrzeugs hat zwar 12V bzw. 24V die meisten Geräte wollen jedoch mit 230V und am liebsten einer Sinusspannung versorgt werden.

An diesen Punkt wurde uns klar: Wir müssen aus der Steckdose Strom bekommen 🙂

Steht man auf dem Campingplatz oder zu Hause schließt man ganz entspannt Landstrom an den Camper und hat Strom bis zum abwinken. Ist man jedoch autark unterwegs und steht öfters frei so muss man sich Gedanken machen, welches System für die Stromerzeugung für einen geeignet ist.

Folgende Möglichkeiten gibt es um sich autark mit Strom selbst zu versorgen:

Diesel gibt es überall und die Energieeffizienz ist wohl im Vergleich zu den meisten Systemen sehr hoch. Jedoch sind die Lärm- und Geruchsbelästigung, der benötigte Platz und das zusätzliche Gewicht keine Punkte auf der Vorteilliste. Wenn genügend Platz vorhanden ist und man sich zusätzlich absichern will kann ein 4-Takt Aggregat Abhilfe verschaffen. Ansonsten ist meiner Meinung dieses System nicht mehr Stand der Technik.

Da wir hier aktuell keine Erfahrung mit haben und ich in den meisten Berichten keine eindeutig positive Meinung raus filtern konnte ist dieses keine Option.

Ich denke, dass dieses System eher für feste Installationen geeignet ist. Hier werde ich definit nach der Reise eine Station aufbauen.

Aktuell wohl das häufigste genutzte Energiesystem in Wohnmobilen als auch am Haus. Hier gibt es verschiedene Ausführungen wie Monokristallin, Polykristallin, flexible Solarpannele. Natürlich ist auch die Steuerung und Verwaltung des Panels ein entscheidendes Kriterium wie z.B. der MPPT-Regler

Ein sehr interessantes Thema was sich aktuell auch in der Massenindustrie integrieren möchte ist die Brennstoffzelle. Hier verfolge ich aktuell das Unternehmen NEL und das Projekt NIKOLA-Truck. Und natürlich ist es nur logisch diese Technik auch in Wohnmobilen einzusetzen. Es ist umweltfreundlich und gekoppelt mit einer Solaranlage meiner Meinung nach die optimalste Lösung für das zukünftige Energiemanagement im Wohnmobil. Aktuell sind wohl der Anschaffungspreis und die Effizienz einziges Manko. Wird diese Technik jedoch in größerer Serie umgesetzt änder sich dieses mit der Nachfrage. Das Unternehmen SFC Energie produziert bereits solche Anlagen (EFOY) bereits für den Wohnmobilmarkt.

Aber bleiben wir mal bei der Realität. Unsere erste Versorgung war ein 2-Takt-Stromgenerator der einfach nur genervt hat und nie passend eingesetzt werden konnte. Das Update kam mit zwei Solarkoffern, die praktisch eingesetzt werden konnten. Jedoch waren diese während der Fahrt immer im Weg und wir waren uns schnell einig, dass wir Geld in die Hand nehmen und ein vernünftiges Solarpanelsystem aufs Dach montieren.

Mit dem Blinky wurde die Idee in die Tat umgesetzt. Doch wie es so meistens ist: Praxis und Theorie liegen weit auseinander. Der erste Blick auf die Dachform ließ an einem Standardpanel zweifeln. Das Dach vom Blinky ist gewölbt und die einzige gerade Fläche ist hinten auf der Dachbox. Diese ist durch Scharniere befestigt und somit klappbar. Somit musste das Solarpanel auf die gewölbte Fläche. Die Lösung sind flexible Solarpanele. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: flexibel und leichter. Der Nachteil: der etwas höhere Preis und die komplizierte Montage. Da ich eh ein Gewichtsjunkie im Wohnmobil bin war die Entscheidung ziemlich einfach. Die einzige Sorge die ich hatte war die Montage. Handelsüblich werden die Panele auf die Dachfläche geklebt und somit für die Ewigkeit verbunden. Dieses ist für mich ein NO GO, da die Panele mit der Zeit an Wirkung verlieren oder auch mal defekt sein können. Nach langer hoffnungsloser Recherche für eine alternative Anbringung kam ich auf die Idee das Ganze mit Klettband zu befestigen. So habe ich eine Seite des Klettbands auf das Dach geklebt und die andere auf die beiden Panele. Außen rum habe ich Aluminiumfolie, die für die Reparatur von Regenrinnen verwendet wird, benutzt um den Wind über die Panele zu lenken. Mein Fazit nach knapp 2 Jahren und einigen Kilometern und Stürmen: ES HÄLT 🙂

Um das beste Ergebnis aus der Solarzelle zu gewinnen ist bei uns ein MPPT- Regler (Maximum Power Point Tracking) und eine 210Ah C10 GEL-Batterie um auch genug Kapazität zu haben.

Mit diesem System sind wir sehr zufrieden und können meistens solange autark stehen bis uns Wasser oder Lebensmittel auslaufen. Ich denke, dass wir auch in Zukunft ein ähnliches System benutzen werden, was ich jedoch sehr gerne mit einer Brennstoffzelle erweitern würde. Interessant sind natürlich auch Lithium-Batterien und Platz und Gewicht zu sparen. Jedoch ist aktuell das Preis-Leistungsverhältnis eher im Bereich MORELO unterwegs 🙂

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