Blinkys Reise

    Luftfederung

Luftfederung im Camper - Lohnt es sich?

Jeder kennt es: Die Geräuschkulisse in einem Wohnmobil während der Fahrt ist für den Anfang gewöhnungsbedürftig. Alle Geräusche müssen erst eingeordnet werden. Erst dann kann man evtl. beurteilen, ob während der Fahrt alles in Ordnung ist oder doch evtl. eine Schranktür etc. offen ist.

Vor allem der Komfort im Hinterraum mit einer Blattfederung lässt zu wünschen übrig. Dabei hat die Blattfederung zwei große Nachteile. Erstens: Diese arbeitet bei voller Zuladung besser/effizienter als bei Leertransport. Zweitens: Das Aufschaukeln ist nicht zu vermeiden und führt gerade bei schlechteren Straßenverhältnissen zum rumspringen 🙂

Fiat hat versucht an diesem Punkt mit zusätzlichen Gummipuffern mehr Komfort zu erzeugen, jedoch eignet sich das ganze Federsystem eher für einen normalen Transporter und ist für den Womogebrauch eher weniger zu empfehlen. Das Setup unseres ersten Campers, ein Ford Nugget, war hier deutlich besser und wir vermissten dieses doch ein wenig.

Mit dem Wissen, dass die Straßenverhältnisse weiter Richtung Osten nicht besser werden (außer Türkei) und das Jenny Ihre Stewardesspflichten bei turbulenzfreier Fahrt besser erledigt war also Handlungsbedarf da.

Hier gibt es drei einfache Möglichkeiten bei einem FIAT Ducato (aber auch anderen Fahrzeugen) nach zu bessern.

 Preis: ca. 350€ – 400€

Preis: ca. 500€ – 750€

Als kleines technisches Highlight würde ich an dieser Stelle gerne die Federung von BOSE ins Gedächtnis rufen. Viele kennen BOSE nur als Hersteller von guten Soundsystemen. Jedoch war ein Lebensprojekt von Amar Bose die elektromagnetische Federung. Meiner Meinung nach, das Höchste was mit dem jetzigen Stand der Technik einfach umsetzbar ist. Evtl. wird dieses Thema mit dem Umschwung zum E-Auto aktuell. Auch im Wohnmobil würde es bestimmt einige Abnehmer finden. Auf dem Bild ist ein Video verlinkt.

Wir haben uns letztendlich für die zweite Variante entschieden. Die “AirBasic” von Goldschmitt. Es ist natürlich ein schönes Gimmick wenn man mit zwei Schaltern links und rechts den Druck einstellen kann. Jedoch bin ich werkzeugtechnisch relativ minimalistisch unterwegs und ehrlich gesagt war der Zusatzpreis mir das nicht Wert. Falls wir hier andere Erfahrungen sammeln können wir immer noch updaten 🙂 Einen Punkt gibt es hier noch zu erwähnen. Aus marketingtechnischen Gründen hört sich eine Luftfederung sehr hoch angepriesen an. Jedoch kriegt der Endverbraucher mit diesen Luftbalgen eine Dämpfung und keine Federung. Zusammen mit der Blattfederung kann man hier dann wohl von einem Federsystem sprechen. Aber genau das wollten wir auch. Wir wollten die Schläge während der Fahrt abdämpfen und das Aufschaukeln reduzieren.

Der Einbau für jemanden mit etwas technischem Verstand ist relativ einfach zu machen. Zuerst werden die originalen Gummipuffer abgeschraubt, um an dieser Stelle die Luftfederung einzubauen. Da die Luftfederung am Rahmen und an der Achse befestigt wird muss die Achse von den Blattfedern gelöst werden. Dabei wird die untere Aufnahme der Luftfederung unter den U-Bügel geklemmt und oben im Rahmen durch ein Gewinde eingeschraubt. Stehen hier keine Hindernisse im Weg ist diese Arbeit relativ flott erledigt. Eine ordentliche Verlegung der Leitung stellt wohl die größte Herausforderung dar. Ich habe die Leitungen in die Fahrerkabine durch die Handbremse verlegt. Hier konnte ich ohne Bohren die gelieferte Montageplatte benutzen. Hierzu gibt es auch einige mehr oder weniger gute Videos im Netz, die einem weiterhelfen können.

Der erste Eindruck nach dem Einbau war, dass das Auto auch beim Mindestdruck von 1bar hinten etwas höher liegt. Was erst mal sogar optisch ansprechender aussieht. Der Druck kann je nach Ausführung variieren. Bei uns ist die Range bei 1bar-7bar. Hier habe ich einen kleinen Test gemacht: Zwischen 1bar und 6bar ist der Höhenunterschied der erreicht werden kann bei knapp 4.5cm. Kennt man hier den Radstand kann man mit den Winkelfunktionen, den maximalen Ausgleichswinkel berechnen. Aber wenn interessiert es? 🙂 Hauptsache wir können auch mal dann ausgleichen wenn die Keile ans Limit kommen oder wir können die Keile sogar an Ort und Stelle lassen. Das ist auch ein Punkt der die Luftfederung im Camper auszeichnet. Eine mögliche Auflastung je nach Fahrzeugtyp ist auch möglich.

                

Die erste Fahrt war ziemlich aussagekräftig. Klar ist hier auch viel Kopfsache dabei, aber auch das Gefühl ist ein komplett anderes. Blinky liegt angenehmer auf der Straße und ich fahre auch mal gerne in ein kleines Schlagloch um den Effekt der Luftfederung zu erleben 🙂 Im Moment befinden wir uns in der Lernphase und müssen noch den optimalen Druck finden. Da Blinky gerade relativ leer ist wird sich dieser dann spätestens Mitte Januar einpendeln.

Ich bin froh, dass wir diese Erkenntnis während der Reise gemacht haben und gegensteuern konnten. Damit haben wir ein Reisezugewinn den wir auch wertschätzen und den wir auch brauchen. Oft ist es, dass man sich vorstellen kann eine gewisse Sache, Technik, etc. unbedingt haben zu müssen. Am Ende stellt sich jedoch oft heraus, das man dieses Geld lieber für andere Zwecke besser gebraucht hätte.

Als Fazit: Lohnt sich eine Luftfederung?

Preis-Leistung ist bei diesem Womo-Update deutlich vorhanden. Vor allem wenn man selbst Hand anlegen kann für mich fast schon ein Muss.

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