Blinkys Reise

    Menschen

Menschen - Teil 1

6 Jahre liegen nun zwischen unserem ersten Abenteurer und dem zweiten. Seitdem hat sich so einiges geändert. Nicht nur, dass wir zwei Kinder und einen Kater mehr haben, nein, auch die Entwicklung in den Ländern und die der reisenden Mitmenschen. Von den Technologien brauchen, wir gar nicht erst reden…

2014 haben wir zu 95% Menschen im Rentenalter kennengelernt. Diese treffen wir auch heute noch an. Jemanden in unserm Alter zu finden war “damals” eine echte Rarität. Heute ist es nicht ungewöhnlich gleichaltrige zu treffen. Klar, wir sind ja auch nicht mehr die jüngsten, aber dennoch entwickelte sich in den letzten Jahren ein regelrechter Aussteiger Boom. Immer mehr Menschen verlassen Deutschland für eine längere Zeit oder gar für immer. Wir sind nicht mehr die einzigen verrückten hier.

Und dennoch treffen auch hier die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander. Von Lieblingsmenschen, mit denen man einfach zu wenig Zeit verbracht hat, zu denen, wo man froh ist, dass man mit dem Womo so flexible ist, dass man sich die Nachbarn schnell neu aussuchen kann.

Auch damals haben wir Lieblingsmenschen getroffen. Und man glaubt es kaum: nach 6 Jahren besteht der Kontakt. Und das obwohl so große Distanzen dazwischen liegen. Hier ein Gruß nach Berlin, Hartkirchen und Zypern.

Ein anderer Punkt sind aber auch unsere beiden Sonnenscheine. Der kleine Mann weniger, aber die große sehnt sich doch auch nach gleichaltrigen und diese sind manchmal schwer zu finden. Die Sprachbarriere spielt da anfangs eine Rolle, aber mit der Zeit ist auch diese überwunden.

Hier suchen wir quasi gleichgesinnte und freuen uns umso mehr, wenn wir längere Zeit mit diesen zusammen sein dürfen. Leider sind unsere liebsten auf Teneriffa und die anderen gerade in Israel unterwegs. Aber die Wege kreuzen sich immer mehrmals im Leben. Wenn die Welt schon klein ist, was ist dann Deutschland?

Eine ganz besondere Geschichte wollen wir euch nicht vor enthalten. Ein schwedisch-kasachisches Pärchen haben wir getroffen. Größere Vorbilder als diese beiden Herzensmenschen, können wir uns derzeit nicht vorstellen. Sie reisen in ihrem Womo zusammen mit ihrer über 80 jährigen, dementen und bettlägerigen Mutter. Und das schon seit 4 Jahren. Die Mutter ist schon seit 2 Jahren todgesprochen. Sie haben das Wohnmobil für ihre besonderen Bedürfnisse umgebaut und sagen von sich, dass sie im großen Haus nicht glücklicher sind. Was dieses Paar leistet ist der Wahnsinn und trotzdem leben sie einen wunderbaren Traum und ein einzigartiges Leben. Für den einen mag es unvorstellbar klingen, aber so viel Liebe und Fürsorge haben wir selten erlebt . Nicole und Arne sind einfach wundervolle Menschen, mit denen wir mal wieder viel zu wenig Zeit verbringen konnten.

Paty und Anthony haben wir kennengelernt, als unser Balu zum ersten Mal weggelaufen ist. Sie standen plötzlich bei uns vorm Tor. Wochenlang haben wir sie nicht einmal beim Spaziergang angetroffen. Und dann, in der Not, waren sie da und haben uns tatsächlich unseren lieben „Baluli“ zurück gebracht. Und haben uns zudem noch zu sich eingeladen. Ihre 3 Kinder leben verteilt in der Welt und sind selten bei ihnen, so durften wir der „Ersatz“ für ein paar Tage sein.

 

Auch gerade stehen wir mit zwei Pärchen zusammen, die ihre eigenen Geschichten schreiben und von denen man sich dicke Scheiben abschneiden können!

Wenn wir an einen neuen Platz kommen, beseitigen wir um uns rum Dreck und Müll. Und das aus mehreren Gründen: unsere Kinder, unsere Hund und unsere Aussicht. Aber Ingo und Frauke, machen dies nicht nur ums Womo, sondern direkt an einem ganzen Strand. Und am nächsten auch wieder, und der nächste auch.

Suna und Alana sind Griechen, die seit vier Jahren im Zelt leben und bei einem Ortswechsel – der selten vorkommt- oder zum Einkaufen ihre Fahrräder mit Hänger benutzen. Sie versuchen im Einklang mit und in der Natur zu leben und haben viel zu erzählen.

Und dann sind da ja noch die Einheimischen. Die, die uns immer wieder mit ihrem Obst und Gemüse überschütten. Man glaubt sie haben nichts und geben alles. Herzlichst und freundlich immer und immer wieder. Neugierig und manchmal vorsichtig, aber nie mit Vorurteilen.

In Deutschland würden wir an Plätzen, wo wir heute stehen, vermutlich verjagt werden.

Unterwegs werden wir noch gefragt, ob es uns gut geht, alles gut sei, wir Hilfe brauchen oder bekommen Lebensmittel geschenkt. Das haben wir bisher in Deutschland nur einmal erlebt. Und zwar als der Pfarrer in der Pfalz an unsere Tür klopft, weil besorgte Nachbarn dachten, uns ginge es nicht gut. Tatsächlich waren Johann und die Kids zu dieser Zeit krank.

Wir brauchen mehr Menschen, die an das Gute in anderen glauben, die geben und Liebe schenken, die Vertrauen haben, helfen und glücklich machen! Ohne Vorurteile, ohne Erwartungen, einfach so!

Es schrieb: Jenny

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