Yasou Hellas und efcharisto

Yasou Hellas und efcharisto

Und schon sind wieder 4 Monaten vergangen seit unserem letzen Blogeintrag. Man könnte glatt glauben ein Virus hätte uns gestoppt. Aber so ist es nicht. Es klingt etwas bizarr, aber wir haben uns sogar eher als Profiteure dieser andauernden Ausnahmesituation  gesehen. Es war schön zu sehen, wie die Natur vom Lock down profitiert hat. Während dieser Zeit sind wir noch langsamer als sonst gereist und haben mittlerweile unseren Status als Reisende aufgegeben und gehören eher zu den Menschen, die im Wohnmobil leben. Was das bedeutet? Wir hetzen nicht von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten um unseren Stempel an diesen Ort zu hinterlassen. Natürlich sind wir froh, dass uns zeitlich hier keine Grenzen gesetzt sind. Das heißt, dass wir uns unsere Orte an den wir bleiben nach anderen Kriterien aussuchen. Für uns ist es wichtig geworden, dass wir an Plätzen stehen, die uns auch mal für einen Monat Standzeit reizen.  Mit dieser Zeit, die wir den Orten und Plätzen geben entdecken wir und die Kinder Dinge die sonst verborgen bleiben. Wir knüpfen interessante Kontakte zu Einheimischen und fühlen uns sehr wohl in dieser Situation.

Unser Platz in der Nähe von Nafplio während des Lockdowns

Da aktuell das Aufkommen von Campern, gerade in den Gebieten wo wir unterwegs sind, relativ gering genießen wir Vorteile wie z.B. eine Privatstrand oder größerer Akzeptanz. Natürlich ist „wildcampen“ auch in Griechenland verboten. Das hängt aber oft damit zusammen, dass die Länder touristisch überrannt sind und die Menschen sich keine große Mühe geben sich in der kurzen Zeit des Besuchs um grundlegenden Themen Gedanken zu machen. Oft sind Plätze vermüllt egal ob von Einheimischen oder Reisenden. Hier gilt es Respekt der Natur zu zeigen und auch mal seinen Beitrag zu leisten. Nur wollen viele Menschen sich mit diesem Thema nicht beschäftigen, da Ihnen „einfach die Zeit dazu fehlt“.

Aber was ist seit dem letzen Eintrag passiert?

Wir haben die Gegend um Nafplio sehr genossen und haben tolle Plätze und Menschen kennengelernt.  Aber dann kam doch das Gefühl auf: wir wollen etwas Neues erleben. Und dazu müssen wir auch sagen, dass die Temperaturen mittlerweile ziemlich gestiegen sind. Somit fühlten wir uns mit den Gedanken besser für den Hochsommer und Herbst weiter gen Norden zu fahren. Wir sind Richtung Korinth gefahren und haben uns für die Strecke an der Korinth Bay Richtung Patras entschieden. Auf diesem Weg machten wir ein paar Abstecher in die Berge und haben Griechenland auch mal von dieser Seite kennen gelernt. Das Meer haben wir mittlerweile zu schätzen gelernt doch sind Seen eher nach unserem Geschmack. Die Kinder können hier  „einfacher“ schwimmen lernen und das Angeln bringt auch mal Früchte. Das Meer ist Griechenland ist so überfischt, dass man mittlerweile für etwas Erfolg sehr weit raus schwimmen muss. Dieses Mal fuhren wir nicht über die Brücke sondern nahmen die Fähre zum Festland. Und so haben wir nach 7 Monaten Peloponnes mit einem komischen Gefühl verlassen. Um ein Fazit zu ziehen: Die Peloponnes sind ein Traum für Camper. Land, Kultur und Menschen machen einen süchtig und geben das Gefühl zu Hause zu sein.

Unser Ziel war der größte See Griechenlands: Limni Trichonida. Hier trafen wir uns nicht nur mit unseren neuen Reisefreunden Gwenda und Harald und der französischen Familie wieder. Hier lernten wir auch Kostas kennen der uns mit fast täglichen Besuchen immer wieder erfreute. Unser Stellplatz hatte nicht nur einen top See vor unserer Haustür sondern auch eine Quelle, Dusche und Landstrom zur Verfügung. Ein weiteres Highlight war auch ein Swimming Pool den wir für paar Tage zur Verfügung hatten.

Durch traumhafte Landschaften sind wir Richtung Thessaloniki gefahren. Denn wir haben uns entschlossen die Gelegenheit zu nutzen und unsere Familie und Freunde in Deutschland zu besuchen. So haben wir den Ort Epanomie angesteuert. Hier waren wir bereits vor 6 Jahren, damals mit unserem Nugget. Somit war es ein schönes Gefühl an diesen Ort mit dem neuen Camper und unseren beiden kleinen Schätzen wieder zu kommen. Wir verbrachten die „Wartezeit“ mit baden und erkunden der Natur. Mittlerweile ist Anastasia eine richtige Fahrradexpertin geworden. Somit können wir auch längere Spaziergänge gestalten. Natürlich oft mit Pause auf einem Spielplatz oder auch mal einem Eis.

Und dann kam der Tag an dem unser Reise Team erstmals getrennte Wege geht. Nach dieser Zeit zusammen 24/7 war es ein komisches Gefühl. Der Alltag wird natürlich oft von unseren Kindern geprägt und somit musste ich mich erst mal umgewöhnen. Das „Reisen“ ist komplett Anders. Man muss keine Kompromisse mehr eingehen, sondern kann seinen Tag so gestalten wie es einem nach Lust und Laune passt. Jedoch ist die Qualität der Tage nicht besser sondern anders. Nach den einsamen Tagen merkt man wie wichtig die Familie ist und wie viel teilweise versteckte Freude die Kinder einem bringen. Am Anfang war ich unschlüssig was ich machen soll. Dieser Teil Griechenlands ist für die 3 Finger um Thessaloniki sehr bekannt und es soll eine wundervolle Gegend sein. Jedoch verspürte ich auch den Reiz mal die Komfortzone „Griechenland“ zu verlassen.

Dieses Verlassen führte mich in die Richtung der Provinz „Mazedonien“ in Griechenland. In dieser Gegend sagt sich Hase und Igel wirklich noch gute Nacht. Das heißt für Naturliebhaber und Freunde des Campens ein absoluter Traum.

Nachdem ich an dem kleinen See Limni Zazari alle Himmelsrichtungen abgelaufen habe entschloss ich mich das Land zu wechseln und an den Ohridsee in Nordmazedonien zu fahren. Den Berichten nach war den Grenzübergang nicht kompliziert. Man sollte nur etwas mehr Zeit einplanen. Jedoch kommt hier das Verrückte. Aus Griechenland kann man ausreisen, jedoch nicht über Nordmazedonien wieder einreisen. Für mich war also klar, wenn wir nach Griechenland im Winter zurück wollen dann müssen wir über Bulgarien einreisen. Der Grenzübergang war einfacher als Gedacht. Ich war der Einzige an der Grenze. Weder Mundschutz noch irgendwelche Test waren Nötig und so war ich innerhalb 10 Minuten in Nordmazedonien.

Hits: 44


Leave a Reply

avatar
  Subscribe  
Notify of